The Old Thermal Baths of Sofia
& the Faces of the City

Die alten Mineralbäder von Sofia & die Gesichter der Stadt

7 – 18.9.2015
Bulgarian Cultural Institute Berlin/ Bulgarisches Kulturinstitut Berlin

(für Deutsch – siehe unten)

Zdravko Yonchev showes the forgotten architectural beauty of the decaying thermal baths of Sofia for the first time also in Germany – in September 2015 in the Bulgarian Cultural Institute in Berlin and from 5th November 2015 until the end of January 2016 in Düsseldorf, Café Leysieffer, Königsallee 44. The exhibition includes also some of his best urban landscapes from Sofia, Plovdiv & Brussels.

More information is available in German (see below) and in Bulgarian as well as on request.

 

(DE)

Die vergessene architektonische Schönheit der alten Thermalbäder in Sofia zeigt der junge bulgarische Fotograf Zdravko Yonchev in einer Ausstellung in Düsseldorf, im Café Leysieffer in der Königsallee 44. Im September 2015 gastierten die Fotografien im Bulgarischen Kulturinstitut in Berlin und wurden u.a. unter Weiteren Terminen vom Berlin Art Week empfohlen. Die Ausstellung in Düsseldorf wird Besucher bis Ende Januar 2016 empfangen.

Fotos und Geschichte verschmelzen ineinander, um die Zuschauer in die Atmosphäre der  märchenhaften, alten Thermalbäder und Kurkliniken der bulgarischen Hauptstadt zu versetzen. Farbig geflieste Gewölbe, römische Säulen, eine in grüner Pracht umwucherte Terrasse, pittoreske Eingangshallen und Schwimmbäder, versiegelt von Verfall und Verlassenheit – das und noch mehr kuratiert Yonchev auf engstem Raum.

Denn im gleichen Atemzug gleitet der Blick zu Werken aus früheren Ausstellungen Yonchevs. Ergreifende urbane Stadtlandschaften aus Sofia, Plovdiv und Brüssel stellen die vielen “Gesichter der Stadt” auf eine einzigartige, beinah fantastische Art dar. Eine Frage drängt sich auf: Können vergessene oder gar abstoßende Orte aus unserem Alltag doch malerisch und erstaunlich aussehen und die menschlichen Augen erneut das Schöne dort erkennen, wo die Wahrnehmung  scheitert?

Sowohl die Fotografien aus europäischen Metropolen als auch diese der alten Thermalbäder sind in diesem Sinn und Kontext zu verstehen.

Einbruch in eine verlassene Welt

Als der Fotograf heimlich zum ersten Mal das zertrümmerte Bad im „Ovcha Kupel“-Stadtviertel in Sofia betrat, trieb ihn ein Wunsch. Er wollte das Bild des Gebäudes aus der Vergangenheit reißen und in die Zukunft der Sofioter einpflanzen. Seine Fotos verbreiteten sich blitzschnell in sozialen Netzwerken und Medien. Das große öffentliche Interesse beflügelte ihn, den Kreuzzug  gegen die Vergessenheit fortzusetzen. Es folgte die Aufnahme der Bäder in den Stadtvierteln „Gorna Banya“ und „Bankya“. Einzig in Bankya bekam Yonchev die Unterstützung der Amtsverwaltung. Meist war er aber auf sich selbst gestellt und musste sich ungeladen Zugang zu den Gebäuden verschaffen.

Sein mühseliges Arbeiten lohnte sich. Je größere Popularität die Fotos gewannen, desto weiträumiger erstreckten sich die Diskussionen um die Zukunft der Gebäude. Der Serie gelang somit,  die Hoffnung auf Wiederbelebung zu entfachen. Die erste Ausstellung mit seinen Bildern fand im Sommer 2014 in der Freiluft-Galerie vor dem Nationaltheater in Sofia statt.

Yonchevs Ausstellung zollt geschichtsträchtigem Sofia Tributt

Die Mineralbäder von Sofia gehören zu den einzigartigen kulturellen und architektonischen Objekten der Stadt. Auch nach Jahrzehnten des Verfalls besitzen sie ein großes Potenzial, als Kurkliniken wieder genutzt zu werden. Die bulgarische Hauptstadt ist eine der an Mineralquellen reichsten Städte der Welt. Die ersten historischen Nachweise über die Anwendung von Mineralwasser als Heilmittel sind über 2400 Jahre alt.  In seiner Blütezeit (2 Jahrhundert v. Chr.) wurde Sofia (Ulpia Serdika) unter den Römern zum politischen und kulturellen Zentrum Europas. Kaiser Konstantin der Große nannte die Stadt „mein Rom“ und wollte sie zur Hauptstadt des oströmischen Reiches  erklären.

Zu Zdravko Yonchev:

Der 33-jährige Zdravko Yonchev beschäftigt sich mit Fotografie seit über 10 Jahren. Der ausgebildete Baseball-Trainer und Sportmanager beschloss dann vor drei Jahren endgültig, seine wahre Leidenschaft zu verfolgen und sich gänzlich der Fotografie zu widmen.

Das Herzstück der bisherigen Arbeiten Yonchevs sind die urbanen Motive. Ihre versteckte Schönheit versucht er in unterschiedlichen Projekten einzufangen und publik zu machen. Innerhalb seiner innovativen künstlerischen Initiative „ArtFotoFond“ unterstützt er zudem durch professionelle Fotoaufnahme unterschiedlichste Ideen und Projekte großer öffentlicher Bedeutung auf den Gebieten Kunst und Kultur, Bildung, Sport, Umweltschutz etc. Zdravko Yonchev arbeitet noch als Fotograf für Projekte in den Bereichen Theater, Tanz und experimentelle Kunst sowie für bulgarische Printmedien. Für die meisten seiner Projekte arbeitet er zusammen mit der Kulturmanagerin Rozalina Laskova.

Zdravko Yonchev versteht sich als Innovator, der gegenüber Herausforderungen und Veränderungen stets offen bleibt.  „Ich definiere meine Bilder als eine Symbiose zwischen Fotografie und Malerei. Ich versuche, ihnen immer ein Teil von mir zu geben, meine künstlerische Interpretation und ein Element, das das Moment der Handlung noch ausdrucksvoller macht“, so Yonchev.

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